Nordseeküstenbericht

Witterungsbericht Nordseeküstengebiete

Witterung September 2019

Im September war es an den deutschen Küsten um rund 1 K zu warm und regional deutlich zu nass. Zum meteorologischen Herbstbeginn am 1. September gelangte auf der Rückseite der Kaltfront eines Tiefs über dem Nordmeer kühlere Meeresluft nach Deutschland, die die vorher herrschende Hitze nach Osten verdrängte. Anschließend bestimmte abwechselnd kühle oder warme Luft das Wetter. Der Norden wurde wiederholt von Tiefausläufern gestreift, die zu einer wechselhaften Witterung beitrugen. Besonders ergiebige Niederschläge brachte u.a. ein Tief, welches am 9./10. September vom Alpenraum zur Ostsee zog. Zur Monatsmitte bestimmte Tief IGNAZ das Wettergeschehen. Herangeführte Polarluft, die durch die Überquerung der noch relativ warmen Nordsee gemäßigt in Deutschland ankam, sorgte für eine kühle Phase mit Tageshöchsttemperaturen von teils unter 15 °C. Beim Kaltfrontdurchgang am 17. September traten zudem Sturmböen auf. Die eingeflossene Meeresluft geriet dann von Westen unter Hochdruckeinfluss, wobei sich der Schwerpunkt des Hochs allmählich nach Südosteuropa verlagerte, so dass deutlich wärmere Luftmassen nach Deutschland gelangten. Höhepunkt dieser warmen Phase war am 22. September, an dem Tageshöchsttemperaturen bis um 25 °C auftraten. Zum Monatsende hin gestalteten wiederholt über Deutschland hinwegschwenkende Tiefausläufer das Wetter erneut wechselhaft. Am 28. September ergaben sich im Bereich von Tief LYSANDER insbesondere an der Nordsee hohe Tagesniederschläge. Es folgte Sturmtief MORTIMER, welches am 29./30. September von den Britischen Inseln zur westlichen Ostsee und weiter zum Baltikum zog. Dieser erste Herbststurm des Jahres in Deutschland brachte verbreitet Sturmböen und ergiebigen Regen.

Die vergleichenden Angaben im Text beziehen sich auf die international gültige Referenzperiode 1961-1990.]

Nordsee

Die Monatsmitteltemperaturen bewegten sich zwischen 14 und 16 °C und lagen somit um 0,5 bis 1,5 K über dem vieljährigen Mittel. Die Tageshöchsttemperaturen stiegen meist auf Werte von 15 bis 21 °C an. Zu den kühlsten Tagen zählten der 17. bis 19. sowie der 29. September, an denen die Höchstwerte verbreitet nur 14 bis 16 °C erreichten. Wärmster Tag des Monats war der 22. September mit Höchsttemperaturen bis um 25 °C. Maximal ein Sommertag (Maximum der Lufttemperatur von 25 °C und mehr) wird im Durchschnitt im September auch erwartet.
Mit Monatsniederschlägen von meist 100 bis 170 mm fiel der September zu nass aus. Ostfriesland und Nordfriesland verzeichneten dabei gebietsweise mehr als das Doppelte der üblichen Monatssummen. Den meisten Niederschlag brachte Sturmtief MORTIMER. So fielen am 29. September verbreitet 20 bis 50 mm Regen. Am Folgetag kamen weitere 5 bis 15 mm hinzu.
Die Sonnenscheindauer lag bei 130 bis 160 Stunden und damit im Bereich der Sollwerte.
Die stürmischsten Tage des Monats waren der 17. und 30. September. Am 17. September traten im Bereich der Kaltfront von Tief IGNAZ Böen der Stärke 8 bis 10 Bft auf, während Sturmtief MORTIMER am 30. September verbreitet Böen von 8 bis 9 Bft auslöste.


auszugsweise Abschrift - Text nicht verändert - Aktualisierung jeweils ab 05. d. Folgemonats