Wetter für Nordfriesland

Klimaberichte

Witterungsbericht Nordseeküstengebiete

Witterung Dezember 2018

Der Dezember war ein insgesamt milder Monat mit wenig Sonnenschein. Zum Monatsbeginn änderte sich die Großwetterlage. Während seit Monaten Hochdruckgebiete dominierten, lag Deutschland nun wieder in einer ausgeprägten Westwetterlage. Tiefdruckgebiete, die über Mittel- und Nordeuropa hinwegzogen, sorgten für nasses, weiterhin mildes und teils stürmisches Wetter. Dabei stiegen die Temperaturen in der ersten Monatsdekade bei Zufuhr subtropischer Luftmassen bis in den zweistelligen Bereich. Ab dem 7. Dezember wurde Sturmtief MARIELOU wetterwirksam, welches sich bis zum 11. Dezember vom Nordostatlantik über Schottland und Südskandinavien zum Baltikum verlagerte. Verbreitet traten dabei Sturmböen auf, die eine Stärke bis 11 Bft erreichten. Im Bereich eines sich ab dem 12. Dezember über Skandinavien etablierenden Hochs gelangte vorübergehend etwas kältere Luft nach Deutschland. Mit Verlagerung des Hochs nach Osteuropa wurde es aber bereits ab dem 17. Dezember von Westen her wieder milder. Am 21./22. zog Sturmtief STINA von Irland über die Deutsche Bucht nach Polen. Es brachte milde Meeresluft und ergiebige Niederschläge mit sich. Im Rest das Monats herrschte meist hoher Luftdruck über Mitteleuropa vor, so dass weiterhin milde Luft aus Westen herangeführt wurde.

[Die vergleichenden Angaben im Text beziehen sich auf die international gültige Referenzperiode 1961-1990.]

Nordsee

Die Monatsmitteltemperaturen lagen verbreitet zwischen 4 und 6 C und somit um 2 bis 3,5 K über dem Mittel der Jahre 1961-1990. Ausnahme bildete Helgoland mit einer Monatsmitteltemperatur von 7,1 °C, womit es dort deutschlandweit am wärmsten war. Die Temperaturen stiegen in diesem Monat an der Nordsee tagsüber meist auf Werte von 4 bis 10 °C an. An den wärmsten Tagen, am 2./3., 6./7. und 21. Dezember wurden gebietsweise auch Tageshöchsttemperaturen um 12 °C gemessen. In der kalten Phase um die Monatsmitte wurden dagegen keine 5 °C erreicht. Am 16. Dezember, dem kältesten Tag, lagen die Tageshöchstwerte verbreitet nur in Gefrierpunktnähe und in den Nächten um den 16. gab es leichten Luftfrost. Insgesamt traten im Dezember mit bis zu 7 Frosttagen (Minimum der Lufttemperatur unter 0 °C) weit weniger Frosttage auf als im vieljährigen Mittel (meist 10 bis 13). Eistage (Maximum der Lufttemperatur unter 0 °C), im Mittel bis zu 4, gab es nicht.

Im Dezember fiel verbreitet zwischen 60 und 85 mm Niederschlag. Vor allem an der schleswig-holsteinischen Küste ergaben sich damit Defizite von bis zu 20 %. Andernorts wurde dagegen bis um 40 % mehr Niederschlag als üblich verzeichnet. Besonders ergiebig waren die Niederschläge im Bereich der Sturmtiefs MARIELOU und STINA. So wurden am 7./8. gebietsweise Tagesniederschläge von 10 bis 25 mm registriert, am 21. waren es verbreitet 10 bis 15 mm. Eine geschlossene Schneedecke von geringer Höhe war nur örtlich und kurzfristig am 17. Dezember anzutreffen.
Mit nur 20 bis 30 Sonnenstunden, war der Dezember ein trüber Monat. Größtenteils wurden die Sollwerte um 30 bis 50 % unterschritten.
Stürmischer Wind mit Böen der Stärke 8 bis 10 Bft wehte insbesondere am 4., vom 7. bis 10. und am 29./30. Dezember. Bei Durchzug von Sturmtief MARIELOU wurden am 9./10. auch Böen bis 11 Bft registriert.

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