Synoptische Übersicht Kurzfrist - täglich 08 und 18 Uhr UTC

syn Vorhersage

Synoptische Uebersicht - Kurzfrist

T
ausgegeben am Sonntag, den 11.04.2021 um 18 UTC

Markante Wettererscheinungen

Heute Nacht Kaltfrontpassage und vor allem im Bergland leichter Schneefall. Zu Beginn kommender Woche Troglage; unbeständig mit Schauern, teils bis in tiefe Lagen als bzw. mit Schnee, dazu kalt mit Nachtfrösten.

Synoptische Entwicklung bis Mittwoch 12 UTC

 Aktuell ... hat sich im Bereich einer Luftmassengrenze ein beeindruckender Temperaturgradient über dem Vorhersagegebiet aufgebaut: Während es sich auf der kalten Seite im Nordwesten bereits am Nachmittag/Abend auf etwa 2 bis 6 Grad abgekühlt hat (in der Hocheifel um 0 Grad), ist die Temperatur im Südosten nochmals auf 17 bis 22 Grad gestiegen. Bis Montagvormittag wird sich die maritime Polarluft allerdings im gesamten Vorhersagegebiet durchgesetzt haben.Verantwortlich für diese temperaturtechnisch beeindruckende, aber an signifikanten Wettererscheinungen eher arme Wetterlage ist ein langwelliger Höhentrog, der sich, ausgehend vom Drehzentrum über der nördlichen Nordsee, aktuell mit seiner Achse südsüdwestwärts über den Ostausgang des Ärmelkanals bisnach Südwestfrankreich erstreckt. Deutschland befindet sich auf dessen Vorderseite unterhalb einer kräftigen, aber recht glatten südwestlichen Höhenströmung. Dabei hat sich in der unteren Troposphäre und bodennah eine Tiefdruckrinne ausgebildet, die sich aktuell von Südwest nach Nordost quer über das Vorhersagegebiet erstreckt. Als Luftmassengrenze fungiert dabei ein darin eigebetteter Frontenzug, der die von Nordwesten her eingeflossene maritime Polarluft im Westen und Nordwesten (T850 hPa um 18 UTC
zwischen 7 und 3 Grad) von Luftmassen subtropischen Ursprungs (T850 hPa zwischen 4 und 9 Grad) im Südenund Osten trennt. Niederschläge gibt es dabei vor allem auf der kalten Seite, die vorhandenen Hebungsprozesse sind in erster Linie einer Gegenstromlage geschuldet (die Kaltluft schiebt sich unter die Warmluft, entsprechend herrschenNordwinde in der unteren und Südwestwinde in der mittleren Troposphäre vor), fallen allerdings mangels Windgeschwindigkeiten in der unteren Troposphäre nichtallzu üppig aus. In Eifel und Hunsrück hat es immerhin für Mengen bis 15 mm gereicht, sonst sind kaum mehr als 5 mm zusammengekommen, oft sogar weniger. In höheren Lagen, ab etwa 300 bis 400 m, fällt inzwischen Schnee.Auf der warmen Seite hat die kräftige niedertroposphärische WLA im Zusammenspielmit der sich allmählich abkühlenden mittleren Troposphäre zu einer deutlichen Labilisierung der Luftmasse geführt, allerdings kann dort kaum dynamische Hebungwirksam werden, zudem ist die Luftmasse durch das Überströmen der Alpen auch abgetrocknet. Somit haben sich bisher nur einzelne Schauer und auch Gewitter entwickelt, am ehesten nahe der Luftmassengrenze; dort ist auch die Scherung am größten, so dass es in Schauer bzw. Gewitternähe einzelne Böen, eventuell auch kleinkörnigen Hagel geben kann. In den Abendstunden bzw. eingangs der Nacht klingen diese aber rasch wieder ab.Im Laufe der Nacht gewinnt der Höhentrog allmählich nach Osten an Raum, weitet sich etwas nach Süden aus und erstreckt sich morgens über Benelux und Ostfrankreich bis zu den Balearen. Nach Passage einer Frontalwelle, die von SchleswigHolstein bis Montagfrüh nach Südschweden zieht und sich dabei etwas vertiefen kann, kommen auch die Luftmassengrenze bzw. die Tiefdruckrinne nun deutlich rascher nach Südosten voran, mit Ausnahme vom Südosten Bayerns und der Oberlausitz kann die Kaltluft nun das gesamte Vorhersagegebiet fluten. Vor allemauf der kalten Seite gibt es weitere Niederschläge, die zwar je nach Intensität kurzzeitig auch bis in tiefe Lagen in Schnee übergehen können, von Nordwesten her aber rasch wieder nachlassen. Oberhalb von etwa 300 bis 400 m können aber durchaus ein paar Zentimeter Neuschnee zusammenkommen, vor allem in den Staulagen des Fichtel und Erzgebirges, des Schwarzwaldes und der Schwäbischen Alb schneit es auch mal kräftiger mit Mengen über 5 cm innerhalb weniger Stunden. Zwar werden dort durchaus kleinräumig Niederschlagsmengen zwischen 10 und 15 mm simuliert, aufgrund der warmen Vorgeschichte dauert es aber lange, bis diese sich auf den warmen Böden zu einer Schneedecke akkumulieren können.An den Alpen und im ostbayerischen Mittelgebirgsraum sowie im Osterzgebirge spielt der Schneefall warntechnisch mal abgesehen vom Allgäu und vielleicht noch Werdenfelser Land in den Frühstunden, wohl noch keine Rolle.Im Westen und Nordwesten bleibt es trocken und auch in den mittleren Landesteilen klingen die Niederschläge rasch ab und die Wolken lockern auf. Dabei kann es dort leichten Frost und gebietsweise Glätte durch Überfrieren von Nässe geben. Im Laufe der zweiten Nachthälfte bzw. in den Frühstunden lebt über der Deutschen Bucht mit Annäherung der Trogachse und beginnender Labilisierung der Luftmasse aufgrund der Höhenkaltluft eventuell aber bereits wieder die Schauertätigkeit etwas auf. Bei 7 Grad in 850 hPa sind die nur wenig ergiebigenSchauer neben Graupel auch teilweise mit Schnee vermischt.Anzusprechen bleibt noch der Wind: Einerseits herrscht präfrontal an den Alpen anfangs noch Föhn mit einzelnen Sturmböen aus Süd bis Südwest auf den Gipfeln, der bricht aber spätestens ausgangs der Nacht zusammen. Andererseits frischt derWind postfrontal etwas auf, allerdings reicht der Gradient im Zusammenspiel mit der stabilen Schichtung lediglich in den Kamm und Gipfellagen der Mittelgebirgefür steife bis stürmische Böen aus Nord bis Nordwest.

 Montag ... greift der Höhentrog im Tagesverlauf auf den Nordwesten Deutschlands über, ein Teil tropft aber über Südostfrankreich ab und induziert eine Zyklogenese über dem Golf von Genua. Dadurch wird die Front eingebremst. Sie kann zwar auch noch den Südosten Bayerns überqueren, bleibt aber über dem Alpenraum hängen. Entsprechend dauern die Niederschläge südlich der Donau, aber auch am Erzgebirge und in der Lausitz weiter an. Mengenmäßig kommt dabei aber nicht viel herum, lediglich im südlichen Alpenvorland und an den Alpen werden bis zum Abend 5 bis 10 mm simuliert, in einigen Staulagen vielleicht auch etwas mehr. Dabei kann es zwar bis in tiefere Lagen schneien, allerdings reicht es tagsüber wohl lediglich oberhalb von etwa 600 m für etwas Neuschnee, in höher gelegenen Staulagen der Alpen auch bis an die 10 cm.Unmittelbar postfrontal schiebt sich bei kräftigem Druckanstieg ein von einem Hochdruckgebiet südwestlich der Britischen Inseln ausgehender Hochkeil über Frankreich in den Südwesten Deutschlands. Allerdings gewinnt mit dem Trog auch die labil geschichtete Höhenkaltluft von Nordwesten her im Vorhersagegebiet an Raum. Die 500 hPaTemperatur sinkt im Nordwesten auf 32 bis 39 Grad, in 850 hPa auf etwa 7 Grad. Die Folge ist ein Aufleben der Schauertätigkeit, zunächst im Nordwesten, später auch bis in den zentralen Mittelgebirgsraum reichend. Auchkurze Gewitter mit Graupel und steifen, vereinzelt stürmischen Böen sind wohl mit von der Partie. Die Schauer fallen meist bis in tiefe Lagen neben Graupel auch als Schneeregen oder Schnee, viel kommt dabei aber nicht zusammen, so dass es höchstens kurzzeitig mal für etwas Glätte durch Graupel oder Schneematsch reicht. In den Staulagen der westlichen und zentralen Mittelgebirge kann es oberhalb von etwa 400 bis 600 m ein paar Zentimeter Neuschnee geben.Zwischen den Schauern im Nordwesten und den skaligen Niederschlägen im Südosten bleibt es in einem schmalen Streifen etwa vom Oberrhein, Nordbaden und der Pfalzbis nach Vorpommern und Brandenburg meist trocken.Der Wind frischt zwar vor allem ganz im Norden etwas auf, spielt warntechnisch aber wohl lediglich in Schauer und Gewitternähe eine Rolle.Während sich im Norden und Westen zwischen den Schauern auch mal die Sonne zeigen kann, bleibt es im Süden und Südosten überwiegend stark bewölkt bis bedeckt. Bei 5 bis 7 Grad in 850 hPa kühlt es gegenüber heute natürlich auch im Südosten deutlich ab; dort liegen die Höchstwerte nur noch zwischen 3 und 8 Grad, bei Dauerniederschlägen am Alpen und Erzgebirgsnordrand auch darunter. Auch sonst bleibt es mit 4 bis 9 Grad ziemlich frisch.
  In der Nacht zum Dienstag weitet sich der Trog über Nordwestdeutschland noch etwas nach Süden aus, kommt aber kaum mehr nach Osten voran, während das CutOffTief nach Oberitalien zieht und sich von ihm ausgehend ein Trog nach Mittelitalien ausweitet.Im Bodenfeld kann sich der Hochkeil über Südwestdeutschland noch ein wenig verstärken und nach Osten ausweiten, wobei dessen Divergenzachse etwas nach Norden vorankommt. Die Front schleift weiterhin über dem Alpenraum bzw. knapp südlich davon, so dass es vor allem an den Alpen und im südlichen Alpenvorland weitere Schneefälle gibt. Direkt am Alpenrand fallen nochmals 5 bis 10 cm, in Staulagen auch bis nahe 20 cm (insgesamt ergeben sich aufsummiert von Montagnachmittag bis in den Dienstag gebietsweise durchaus markante Mengen), im südlichen Alpenvorland kann sich aber ebenfalls verbreitet eine dünne Schneedecke von 1 bis 5 cm ausbilden.Mit dem sich verstärkenden Hochkeil verschärft sich der Druckgradient an dessen Nordflanke über Norddeutschland etwas und der Nordwestwind legt ein wenig zu. Eventuell reicht es in Nordfriesland auch außerhalb der Schauer für einzelne steife Böen.Insgesamt klingt die Schauertätigkeit vor allem im Binnenland tagesgangbedingt ab, bevorzugt im Nordseeumfeld kann es aber die ganze Nacht über hinweg einzelneGraupel und Schneeregenschauer, eventuell auch ein kurzes Gewitter geben.Vor allem in den mittleren Landesteilen ist es dagegen teils gering bewölkt und auch sonst bekommt die Wolkendecke mal abgesehen von den Regionen südlich der Donau größere Lücken. Mit Ausnahme der Küsten bei auflandigem Wind gibt es innerhalb der maritimen Polarluft (weiterhin um 7 Grad in 850 hPa) verbreitet leichten, in einigen Mittelgebirgstälern auch mäßigen Frost und stellenweise, vor allem im Bergland, Glätte durch Überfrieren.

 Dienstag ... kommt der Trog bei weiterer
 Amplifizierung weiterhin kaum nach Osten voran, dessen Achse verläuft abends in etwa über die Mitte Deutschlands hinweg südwärts und mündet in das zur nördlichen Adria ziehende CutOffTief. Insgesamt schwächt sich der Trog aber ab (500 hPaTemperatur über dem Norden undNordwesten 32 bis 35 Grad) und verliert an Kontur. Gleichzeitig weitet sich der Bodenhochkeil über die Mitte Deutschlands hinweg noch etwas nach Osten aus, der Bodendruck steigt im Bereich der über die mittleren Landesteile hinwegreichenden Divergenzachse auf etwa 1030 hPa oder knapp darüber. Vor allem in der Nordhälfte bis in den zentralen und eventuell noch westdeutschen Mittelgebirgsraum reichend können sich aber noch einzelne unergiebige Schneeregen und Graupelschauer entwickeln, kurze Gewitter am ehesten im Nordwesten erneut nicht ausgeschlossen, wenngleich weniger wahrscheinlich als am Vortag. In Summe bringen diese leichten Schauer aber kaum mehr als 1 bis 2 mmüber den Tag verteilt, mancherorts bleibt es auch komplett trocken.Der Wind frischt vor allem im Norden mit dem Tagesgang aus Nordwest auf, an den Küsten, insbesondere der Ostsee, sowie in SchleswigHolstein dürfte das für steife Böen reichen.An den Alpen und im Vorland bleibt es dagegen weiterhin stark bewölkt bis bedeckt mit weiteren Niederschlägen leichter, in Staulagen eventuell auch noch mäßiger Intensität, die überwiegend als Schnee, in den tiefsten Lagen als Schneeregen fallen dürften und an den Alpen nochmals 1 bis 5 cm, in höher gelegenen Staulagen (wohl eher oberhalb von 800 m) bis nahe 10 cm Neuschnee bringen können.Während es dort überwiegend stark bewölkt bis bedeckt bleibt, kann sich sonst auch in den Schauerregionen immer wieder auch mal länger die Sonne durchsetzen, am häufigsten wohl im Südwesten sowie an der Ostseeküste. An den Temperaturen ändert sich nur wenig; im Stau der Alpen werden die 0 Grad nur knapp überschritten, während mit Sonne vor allem im Südwesten und Westen, aber auch in Brandenburg auch mal die 10/11 Grad erreicht werden können.
  In der Nacht zum Mittwoch verbleiben wir im Einflussbereich des weiter an Konturverlierenden Höhentroges. Der vom inzwischen von mit seinem Schwerpunkt über denBritischen Inseln angelangte Hochdruckgebiet ausgehende, nach Mitteleuropa gerichtete Keil verstärkt sich noch etwas, dessen Divergenzachse verläuft weiterhin über die Mitte des Landes hinweg ostwärts. Südlich davon werden dichteWolken und leichte Niederschläge in Form von Schnee mit etwas auflebendem Nord bis Nordostwind gegen die Alpen gedrückt, insgesamt kommen aber auch dort nur noch wenige Zentimeter zusammen. Ansonsten bleibt es aber aufgelockert, vor allem in den mittleren Landesteilen sowie im Süden und Südwesten nördlich der Donau teils auch gering bewölkt. Etwasdichtere Wolken ziehen von der Nordsee her in die Norddeutsche Tiefebene, vor allem im Nordseeumfeld kann es auch noch kurze unergiebige Schneeregen und Graupelschauer geben, während ansonsten wohl die Schauertätigkeit zum Erliegen kommt. Niedertroposphärisch dauert die Advektion maritimer Polarluft weiter an (7 bis 8 Grad in 850 hPa), so dass es mit Ausnahme der Küstenregionen bei auflandigem Wind wohl erneut verbreitet leichten, in einigen Mittelgebirgstälern auch mäßigen Frost gibt.

 Mittwoch ... wird der Höhentrog durch einen von der Norwegischen See Richtung Süd bzw. Mittelskandinavien und der mittleren Ostsee vorstoßenden Höhenkeil über Mitteleuropa abgeschnürt. Abends weist er nach Lesart des aktuellen ICONEUeinen Dipol mit Drehzentren über der Mitte Deutschlands und (resultierend aus dem CutOffTief) über dem Süden Österreichs auf.Im Bodenfeld verlagert sich der Schwerpunkt des Hochdruckgebietes über den Britischen Inseln etwas nach Norden, der nach Mitteleuropa gerichtete Hochkeil wird allmählich abgebaut.
 Von Norden her gelangt dabei weiterhin Kaltluft zunehmend aus dem skandinavischen Raum ins Vorhersagegebiet, die im Bereich des Höhentiefkomplexes in weiten Teilen des Landes labil geschichtet bleibt (T 500 hPa zwischen 35 Grad im Westen und Norden und 29 Grad im Südosten; T 850 hPa 5 bis 7 Grad). Somit können sich im Tagesverlauf erneut einzelne Schneeregen,Schnee und Graupelschauer entwickeln, die aber weiterhin nur wenig ergiebig ausfallen und bei Weitem nicht überall auftreten, sondern bevorzugt im Nordwesten und im zentralen Mittelgebirgsraum. Dabei reicht es auch in den Mittelgebirgen weiterhin kaum für eine nennenswerte Neuschneeakkumulation.Etwas häufiger schneit es dagegen noch an den Alpen, wo eine schwache Staukomponente aufrecht bleibt. Dort kann es zumindest in höheren Lagen nochmals1 bis 5 cm Neuschnee geben.Erneut zeigt sich die Sonne am häufigsten im Südwesten sowie in den Niederungen Westdeutschlands, aber auch an den Küsten und im Nordosten kommt sie relativ häufig zum Vorschein, während es an den Nordrändern der Mittelgebirge, vor allemdes Erzgebirges, sowie an den Alpen meist stark bewölkt bleibt. An den Höchstwerten ändert sich nur wenig, es bleibt leicht unterkühlt.

Modellvergleich und einschätzung
Anhand der synoptischen Basisfelder lassen sich keine prognose und warnrelevanten Unterschiede ausmachen.

Vorhersage und Beratungszentrale Offenbach  Dipl. Met. Jens Winninghoff

Datenbasis : Deutscher Wetterdienst - Text ungekuerzt

Synoptische Übersicht - Kurzfrist

Die Synoptische Übersicht - Kurzfrist zeigt auf der Grundlage der verschiedenen Modellrechnungen die Einschätzung und Entwicklung des Wetterverlaufs für den Zeitraum Heute bis Übermorgen.
Erläuterungen zum Aufbau des Berichtes sowie die Bedeutung der speziellen Begriffe und Abkürzungen finden Sie hier 
 
       Aufbau und Erklärungen